Roadtrip Südschweden - Die Tour

Roadtrip Südschweden - Die Tour

Für unsere Sommerferien 2017 haben wir uns einen Campervan gemietet und haben unseren ersten Roadtrip mit Kind nach Südschweden unternommen. Was eigentlich interessant ist, denn auf meiner Reise-Bucketliste standen eigentlich erstmal Irland und Island. Aber gut. Es sollte nun Südschweden sein. Immerhin habe ich da als Kind selbst den ein oder anderen Urlaub verbracht. Mal mit Zelt, mal mit Camper, mal im Ferienhaus.

Nun sollte also auch meine Tochter in den Genuss dieses tollen Reiselandes kommen, was durch seine ausgesprochene Kinderfreundlichkeit besticht. Das dies kein Klischee ist, haben wir schnell an den tollen Angeboten für Familien oder an den mit großartigen Spielplätzen ausgestatteten Campingplätzen gesehen. Schweden mit Kindern lohnt sich wirklich.

Unsere Tour hat uns an insgesamt 16 Tagen über 3.000km geführt. Unser erster Roadtrip war damit wirklich «on the road» und wir haben uns fürs nächste Mal vorgenommen weniger Kilometer zu reißen. Aber wie es so ist mit den tollen Reiseländern: Wenn man einmal da ist, möchte man auch viel sehen. Und so führte unsere Tour uns wie folgt über die Straßen.

Unsere Hilfsmittel zur Routenplanung und unterwegs und damit ein paar Reisebuchempfehlungen habe ich übrigens unten genauer aufgeführt.

 

1. Der Start in Paderborn

Aus meiner Kindheit kenne ich es genauso: Das Auto wird am Abend gepackt, alle gehen früh schlafen und mitten in der Nacht oder am frühen Morgen stehen wir auf und machen uns direkt auf den Weg. Und was vor 20 Jahren schon geklappt hat, wiederholen wir und wollen in den Genuss von wieder schlafendem Kind und freien Autobahnen kommen. Das mit der Autobahn hat geklappt. Das mit dem Kind nicht so - die Aufregung war einfach zu groß für den Dreikäsehoch und so schaute sie verträumt aus dem Fenster während unserer Fahrt Richtung Fährterminal Puttgarden.

2. Über die Vogelfluglinie und Öresundbrücke

Für unsere Reise haben wir uns für die Vogelfluglinie entschieden. Man fährt also bis nach Fehmarn hoch und in Puttgarden ins Fährterminal. Die Fährüberfahrt dauert ca. 45min und war damit unsere erste Pause vom Sitzen und die Möglichkeit sich die Beine zu vertreten. Für die Fähre haben wir schon vorher Tickets über Scandlines gebucht. Es gibt Verbindungen alle halbe Stunde. Man kann zwar auf genau eine Zeit buchen, aber bei entsprechendem Tarif auch eine beliebige Zeit wahrnehmen und darf sich dank Priority-Tarif vordrängeln oder einfach hinten in die Warteschlange einreihen. Wir waren im Juni unterwegs und hatten weder bei Hin- noch Rückfahrt Probleme mit Wartezeiten. Die nächste Fähre, die kam, war unsere. Für die Überfahrten haben wir ein Schweden-Kombipaket gebucht. Hier sind die Fährüberfahrten und die Passage über die Öresundbrücke enthalten. Von anderen Urlaubern haben wir erfahren, dass wir damit einen guten Deal gemacht haben, im Vergleich zu Einzelbuchungen. 

Nach der Fährüberfahrt kommt man in Rødby (Dänemark) an und ich war jetzt schon froh, dass wir uns gegen Zelt und für Campervan entschieden haben. Denn wir sind ein paar Meter gefahren und sind dann erstmal von der Autobahn runter. Dank GoogleMaps suchten wir uns einen netten Platz für Frühstück an einem See mit kleinen Spielplatz und genossen unser erstes Urlaubsfrühstück mit Rührei und allem was dazu gehört. Dank Campervan hatten wir alles griffbereit. Anhalten, Tür auf, Kind auf den Spielplatz schicken und zum Frühstück wieder einsammeln :-)

Frühstück am Maribo Kayakklub

3. Die erste Nacht in Schweden

Nach dem Frühstück ging es die nächste Etappe südlich von Kopenhagen vorbei und über die Öresundbrücke nach Schweden rüber. Auf der anderen Seite der Brücke landet man dann in Malmö und wir fuhren noch die  30 Kilometer Richtung Süden auf die Halbinsel Falsterbo. Der günstige Stellplatz ohne viel Schnickschnack und Blick auf die Öresundbrücke sollte uns gut in unserer ersten Nacht in Schweden beheimaten.

Wohnmobilstellplatz Skanörs Hamn
Koordinaten N55°25,0' E12°49,7'
Stellplätze mit Schotter am Hafen mit Strom, Wlan, Frischwasser und Entsorgung, Gastronomie vor Ort, Baden möglich, kein Spielplatz
Web www.skanorshamn.se

 

4. Dem Regen davon nach Kalmar

Der zweite Tag sollte uns zeigen, was es heißt Urlaub in Südschweden zu machen im Juni. Denn es regnete. Und wir reden hier nicht über einen leichten Nieselregen. Wir reden über schwallartige Wolkengüsse, die dich nach 2min trotz Regenjacke, -hose und -schuhe komplett durchweichen. Unsere ersten Etappen sollten eigentlich ein bißchen entspannter über Trelleborg, Ystad, Kristianstad und Karlskrona führen. So machten wir aber nur kurze Stops und Trelleborg und Ystad. Und da der Regen gar nicht aufhören wollte, entschlossen wir uns einfach ein paar Kilometer runterzureißen und einfach zu fahren, bis die Wolken aufklaren. Und so landeten wir schließlich nach 350km am späten Nachmittag in Kalmar. Und was soll ich sagen - die Sonne kam, der Mann machte tolle Sonnenuntergangsfotos und wir fanden unseren Platz für die nächsten zwei Nächte.

Die drittgrößte Stadt Småland ist Kalmar. Eine wunderschöne Stadt, die wir vom etwas auswärts gelegenen Campingplatz hervorragend mit den Fahrrädern erkunden konnten. Es gibt einen tollen Stadtpark, ein wunderschönes Wasserschloss (im Hochsommer mit tollem Kinderprogramm) und einen Kinderbauernhof mitten in der Stadt. Und bei schlechtem Wetter auch ein Indoor-Spielplatz. Wir fanden es hier so schön, dass wir auf der Rückfahrt von Öland gleich noch einmal eine Nacht hier geblieben sind um noch zu Fuß die Innenstadt zu erkunden.

Der Campingplatz war zwar etwas außerhalb, aber dafür sehr weitläufig, sehr gute Sanitäranlagen, und es gab einen großen Spielplatz mit aufblasbarem Sprungkissen - zur Freude der Tochter.

Stensö Camping
Koordinaten N56,649975 E016,327389
Stellplätze auf Gras mit Strom, Wlan, Frischwasser und Entsorgung, Gastronomie und Kiosk vor Ort, Baden möglich, großer Spielplatz
Web www.stensocaping.se

5. Rüber nach Öland

Von Kalmar aus fährt man über die sechs Kilometer lange Ölandsbron über den Kalmarsund nach Öland. Die zweitgrößte Insel Schwedens ist bekannt für ihre ungewöhnlich vielen WIndmühlen, die sich links und rechts der Straßen säumen. In der Nähe der Stadt Borgholmen liegt das Schloss Solliden - der Sommerwohnsitz der königlichen Familie. Wir parkten den Campervan in Borgholmen und fuhren mit den Fahrrädern zum Schloss Solliden und der imposanten Burgruine des Schlosses von Borgholm. Vor dem Schloss Solliden gibt es einen kleinen Spielplatz im Schatten für die Kids. Die Tochter fand es toll durch die verschiedenen Räume der Burgruine zu toben. Es gibt dort Ausstellungen und auch Media-Installationen die trotz des "trockenen" Themas auch für Kids interessant sein könnten.

Einen Abstecher haben wir nach Byrum Sandvik gemacht. Eine tolle Steinformation, die das Meer erschaffen hat. Hier konnten wir auch ein wenig mit den Füßen im Wasser plätschern - auch wenn diese danach fast abgefroren waren :-)

Unser Ziel an dem Abend war der Campingplatz in Böda. Ein sehr großer Campingplatz, aber zu unserer Zeit war glücklicherweise nichts los. Der Campingplatz ist einer der umfangreichsten Ferienanlagen Schwedens mit Spieleland, Schwimmbad, Sauna, Schwimmschule und, und, und.

Böda Sand Camping
Koordinaten N57,274973 E017,050775
Stellplätze auf Gras mit Strom, Wlan, Frischwasser und Entsorgung, Gastronomie und Kiosk vor Ort, Baden möglich, großer Spielplatz, umfangreiches Freizeitangebot
Web www.bodasand.se

Ganz im Norden Ölands befindet sich das Naturreservat Trollskogen. Der Kiefernwald ist durch seine verwitterten knorrigen Bäume ziemlich gespenstisch. Es gibt am Eingang des Naturreservates gibt es Informationstafeln über die Flora und Fauna im Reservat. Durch den Trollskogen ziehen sich drei Wanderwege mit der Länge von 0,9km, 2,7km oder 4,5km. Somit ist für jeden etwas dabei.

 

6. Ein Muss mit Kindern: Die Astrid Lindgren Värld

Zurück auf dem schwedischen Festland traten wir unseren Weg nach Vimmerby an. Der Geburtsstadt und Mittelpunkt des Wirkens von Astrid Lindgren. Dort finden sich nicht nur die wichtigsten Schauplätze von Michel aus Lönneberga, Bullerbü und der berühmte Limonadenbaum.

In der Astrid Lindgren Värld gibt es Spielplätze, Picknick-Plätze, Gastronomie, Theatervorführungen der berühmten Geschichten und Buchläden. Man kann in die Villa Kunterbunt oder auf Karlsons Dach schauen. Und natürlich gibt es den "Nichts-berühren-Parcours" von Pippi Langstrumpf.

 

7. Schärenstadt Västervik

Nachdem wir in kurzer Zeit viele Kilometer gefahren sind, fuhren wir in die Schärenstadt Västervik und blieben im Västervik Ressort für drei Tage. Das 5-Sterne Ressort bietet tolle Stellplätze, Gemeinschaftsräume zum Kochen und Sitzen, sowie Wäschewaschen und -trocknen an. Außerdem gibt es viele Spielplätze und Aktivitäten und ein Schwimmbad.

Västervik haben wir hauptsächlich mit dem Fahrrad erkundet. Die Stadt ist durch Fischerei und Industrie geprägt. Die Innenstadt hat eine geschützte Lage westlich des Schärengartens. Es gibt wunderschöne typische Holzhäuser und einen Aussichtspunkt, den «Unos Torn» von dem man die ganze Stadt sehen kann. Gleich nebenan gibt es das Västervik Museum. Rund um Västervik kann man die vielen Schäreninseln besuchen oder Robben- und Adlersafaris buchen.

Västervik Ressort Lysingsbadet
Koordinaten N57,441770 E016,40651
Stellplätze auf Gras mit Strom, Wlan, Frischwasser und Entsorgung, Gastronomie und Kiosk vor Ort, Badefelsen, Bootsausflüge, Kanutouren, großer Spielplatz, umfangreiches Freizeitangebot
Web www.lysingsbadet.se

8. Am Götakanal entlang

Mit dem besser werdenden Wetter zogen wir weiter zum Götakanal - das blaue Band Schwedens. Am Götakanal führt einer der schönsten Radwege Schwedens lang und es lässt sich wirklich nett fahren. Über 200 Jahre alt ist der Götakanal. 58 Schleusen gibt es, altmodische Schiffe und wunderschöne Landschaften.

Mit dem Ziel Kanalhafen von Söderköping haben wir vorher noch ein wenig außerhalb der City gehalten. Am Kottebanan. Ein Abenteuerspielplatz mitten im Wald zum Spielen, Klettern, Balancieren und Seilrutsche fahren.

Wir kommen das erste Mal in Söderköping mit dem Kanal in Berührung. Ein netter kleiner Stellplatz ohne viel Schnickschnack ist schnell direkt am Kanal gefunden. Und das Beste: Die Smultronstället - auf Schwedisch soviel wie Lieblingsplatz - ist gleich um die Ecke. Der Lieblingsplatz ist in diesem Falle eine Eisdiele. Mit 60 verschiedenen Sorten Eis! Sechzig! Da kann man auch mal bei strömenden Regen und kühleren Temperaturen ein Eis essen. Jaaa, das besser werdende Wetter hat nicht allzu lange angehalten. Die Regenradar-App war ein guter Begleiter auf unserer Reise.

Das haben wir auch am nächsten Tag gemerkt. Von unserem Stellplatz aus ging es mit den Rädern an den Anfang des Kanals in Mem. Laut Wetter-App hatten wir Zeit die 8km Hin- und Rückfahrt bis zum Mittag zu fahren. Dann sollte es regnen. Also sind wir los. Entspannt am Kanal entlang. In Mem liegt ein tolles Restaurant mit Spielplatz und Streichelzoo. Und wir haben den alten Ausflugsdampfer gesehen, der gerade so in die erste Schleuse passt. Da geht kein Blatt Papier mehr zwischen. Wir waren lecker essen und dann zurück. Pünktlich 13Uhr haben wir die Fahrräder später wieder aufs Wohnmobil geladen. 13:05Uhr regnete es in Strömen.

Unser Weg führt uns nun Richtung Westen an den Vätternsee, wobei wir noch an den Schleusen von Berg anhalten. Die größte Sehenswürdigkeit des Kanals mit einer Schleusentreppe, wo 7 Schleusen direkt aufeinander folgen. In Berg gibt es Cafés, Eis-Kioske, Schwimmmöglichkeiten und ein großartiger Abenteuer-Minigolf-Platz.

Stellplatz Göta Kanal Söderköping
Koordinaten N58,481130 E016,328542
Einfache Stellplätze auf Schotter, keine weiteren Features, auch kein Strom.
Web www.gotakanal.se

9. Am Vätternsee wieder runter

Es regnete, als wir in Söderköping losfuhren. Es regnete bei unserem Zwischenstopp in Berg. Es regnete als wir in Berg wieder losfuhren. Und es regnete und regnete und regnete. Wir schrubbten also wieder ein paar Kilometer mit dem Campervan und landeten in Vadstena auf einem schönen großen Familiencampingplatz direkt am Vätternsee. Mit den Spielplätzen konnten wir nicht so viel anfangen, da es wirklich schüttete. Aber es gab einen tollen Gemeinschaftsraum mit Küche und Spülmöglichkeit, so dass wir zum Kochen und Essen aus dem Camper rausgekommen sind und dort auch ein wenig toben konnten. Erst als die Tochter schon im hinteren Teil des Campers schlummerte hörte der Regen auf und ich konnte einen tollen Sonnenuntergang einfangen.

Am nächsten Morgen haben wir uns das Wasserschloss in Vadstena angeschaut und eine kleine Stadttour mit den Rädern gemacht. Irgendwie hatten wir es eilig wieder ein wenig weiter  nach Süden zu kommen und so fuhren wir weiter nach Värnamo zur nächsten Übernachtung

Vätterviksbadets Camping
Koordinaten N58,464403 E014,93351
Familiencamping am Ufer des Vätternsees mit verschiedenen Aktivitäten. Stellplätze auf Wiese. Es gibt Strom, WLAN und Entsorgung, sowie einen kleinen Shop für das Notwendigste
Web www.vadstenacamping.se

10. Elchsafari in Markaryd

Nach einer Übernachtung auf einem süßen kleinen Campingplatz in Värnamo machten wir uns auf den Weg für die nächste Schweden-Muss-Touristenattraktion. Denn wir müssen doch in unserem Schwedenurlaub noch einmal einen Elch sehen. Und da die im stark besiedelten Südschweden jetzt nicht einfach über die Straße maschieren, mussten wir eine Elchsafari in einem Elchpark machen. Fun Story: Auf dem Weg zur Elchsafari sahen wir einen Elch. Auf der Straße. So ganz freilebend.

Im Smålandet Elchsafari Park kann man mit seinem eigenen Auto einen ca. 3km langen Weg durch den Park fahren oder mit einer Bimmelbahn eine circa einstündige geführte Tour durch den  Park machen. Auch amerikanische Bisons kann man sehen. Am Ende warten ein Souvenirladen, ein Café und ein Streichelzoo. Für die Tochter war es großartig diese riesigen Elche zu sehen und sie mit Birkenzweigen zu füttern.

Värnamo Camping
Koordinaten N57,190604 E014,045987
Stellplätze auf der Wiese mit Strom, WLAN und Ver- und Entsorgung, kleinem Spielplatz und Minigolf Anlage. Am Kiosk bekommt man auf Bestellung frische Brötchen.

11. Eine Fahrradtour durch Kopenhagen

Wir hatten die letzten Tage vom Urlaub irgendwie eine Unruhe drin und wollten schnell wieder Richtung Süden. Wir fuhren also wieder über die Öresundbrucke und machten einen Stopp in der Fahrradhauptstadt Europas: Kopenhagen. Wir parkten den Campervan ein wenig außerhalb der Innenstadt - Fahrräder runter - Croozer hinten dran und los gehts. Und ich kann Euch sagen: IN Kopenhagen Fahrrad fahren ist wie ein Autofahranfänger auf einer stark befahrenen 4-spurigen Autobahn auf der man die Regeln nicht kennt. Wir waren so damit beschäftigt durch die Stadt zu radeln, dass es keine Photos von diesem Ausflug gibt. Naja.

13. Letzter Halt: Køge (Dänemark)

Unser letzter Halt war in Køge, Dänemark. Hier kamen wir nochmal zwei Tage zur Ruhe bis wir den letzten Abschnitt wieder nach Hause fuhren. Auch hier haben wir wieder die Räder genommen und uns die umgebenden Schlösser, sowie zum Weltnaturerbe Stevns Klint. Danach ging es zurück nach Hause.

Värnamo Camping
Koordinaten N55,445886 E012,191788
Familiencampingplatz mit Wiesen-Stellplätze, großen Spielplatz mit Hüpfkissen, Strom, WLAN, Ver- und Entsorgung
Web www.valloecamping.dk

 

 

Wochenende in Bildern: 17./18.03.2018

Wochenende in Bildern: 17./18.03.2018

Spielplatz Fischteiche

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